Sicherheit · Destination Guide
Kaltwasserwracks, Kreideriffe und maritime Ostseekultur vom Kap Arkona bis Warnemünde
Diese Küste erfordert konservative Kaltwasserpraxis, lokale Navigationskenntnisse und Respekt vor Natur- und Kulturschutz. Die wichtigsten operativen Risiken sind Kältestress, wechselnde Sichtweite, windbedingter Seegang, Strömung, Schiffsverkehr, Verfangen, instabile Klippen und alte Munition. Wracks sind Lebensräume und archäologische Orte. Künstliche Riffe sind Forschungs- und Fischereimanagementgebiete. Nutze etablierte Tauchbasen, führe Oberflächensignal- und Schneidausrüstung mit, lasse alle Gegenstände an ihrem Platz und betrachte eine wetterbedingte Absage als erfolgreiche Sicherheitsentscheidung.
Führe im Brackwasser einen vollständigen Konditions- und Bleicheck durch. Passe deinen Kälteschutz an die Bodentemperatur und die Sprungschicht an, nicht an die Lufttemperatur. Halte das Team bei geringer Sichtweite kompakt, nutze eine Haupt- und eine Ersatzlampe und befolge das vom Skipper vorgegebene Vorgehen für Grundtau, Aufstieg, DSMB und Trennung vom Tauchpartner. Vermeide das Eindringen in Wracks, sofern du nicht dafür ausgebildet und ausgerüstet bist und es ausdrücklich erlaubt wurde. Führe ein griffbereites Schneidwerkzeug mit, aber versuche nicht allein, Geisternetze zu entfernen. Am Kap Arkona und an hafennahen Plätzen machen Strömung und Schiffsverkehr eigenständige Einstiege vom Ufer ungeeignet. Bei Verdacht auf Dekompressionskrankheit, neurologischen Symptomen, Atemnot, ungewöhnlicher Erschöpfung oder starken Schmerzen gib Sauerstoff, wenn du dafür ausgebildet bist, rufe 112 oder MRCC Bremen an und kontaktiere DAN. Tauche nicht erneut ab und fahre nicht selbst zu einer Druckkammer.
Das University Medical Center Rostock leistet auf dem Festland umfassende Notfallversorgung, während das Sana Hospital Rügen in Bergen das Inselkrankenhaus ist. Keines von beiden sollte als garantiert zugängliche Druckkammerstation betrachtet werden. Rufe in einem Tauchunfall 112 an und erkläre, dass es sich um einen vermuteten Tauchunfall handelt, nenne Tauchprofil und Atemgase und überlasse es dem Rettungsdienst und DAN, die aufnehmende Einrichtung und die Rekompressionseinrichtung auszuwählen. Halte Sauerstoff, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Kälteschutz, Notfallkontakte, genaue Tauchplatzkoordinaten, medizinische Informationen der Taucher und einen schriftlichen Evakuierungsplan an Bord bereit. Der deutsche 116117-Dienst ist für dringende, aber nicht lebensbedrohliche medizinische Probleme gedacht und ist hauptsächlich deutschsprachig.
Kaltes Wasser und Sprungschichten
Sommerliche Wärme an der Oberfläche kann viel kälteres Wasser in der Tiefe verdecken. Wähle deinen Kälteschutz nach der geplanten Temperatur am Grund, nicht nach der Messung am Strand, und beende den Tauchgang, bevor deine Beweglichkeit oder dein Urteilsvermögen nachlassen.
Wetterbedingte Absagen
Windrichtung und kurze Ostseewellen können eine Ausfahrt verhindern oder ein exponiertes Kap kurzfristig ungeeignet machen. Halte dir einen flexiblen Tag frei und akzeptiere die endgültige Entscheidung des Skippers.
Geringe Sichtweite und Schlick
Plankton, Wind und Sediment können die Sicht schnell verringern. Bleibe dicht bei deinem Tauchpartner, sichere deine Instrumente, nutze Lampen und vermeide es, mit den Flossen weichen Grund oder das Innere von Wracks aufzuwirbeln.
Strömung, Boote und Hafenzufahrten
Am Kap Arkona und in hafennahen Gewässern können Strömung und reger Schiffsverkehr zusammenkommen. Nutze lokale Guides, setze eine DSMB-Boje ein, wo angewiesen, und befahre Schifffahrts-, Fähr- oder Hafenrinnen nie eigenständig.
Tauche an Wracks, Kreide, Muschelbänken, Steinen, Seegras und künstlichen Strukturen nach der Nicht-berühren-Regel und ohne Entnahme. Bewege keine Artefakte für Fotos. Gezieltes Suchen und Bergen kann eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erfordern. Beachte die Befahrensregeln des Nationalparks und alle Fischereischutzregeln an künstlichen Riffen, einschließlich eines im Skipper-Briefing genannten Ankerverbots. Melde Geisternetze, statt eine Bergung zu improvisieren, denn Netze können belastet, befestigt, kontaminiert oder archäologisch verfangen sein. Berühre niemals verdächtige Munition oder versiegelte Tauchflaschen. Minimiere Aufwirbelungen, sichere Schläuche und Instrumente, nutze etablierte Festmacherbojen oder Grundtaue und unterstütze Tauchbasen, die an dokumentierter Naturschutzarbeit beteiligt sind.
Das solltest du nicht tun
Geh nicht ins Wasser, wenn kaltes wasser und sprungschichten. Prüfe lokale Briefings, bevor du dich festlegst.
| Kontakt | Funktion | Telefon | Erreichbarkeit |
|---|---|---|---|
| Europäische Notrufnummer | Lebensbedrohliche medizinische Notfälle, Feuerwehr, Polizei und koordinierte Küstennotfallhilfe | 112 | 24/7 |
| MRCC Bremen / Bremen Rescue Radio | Deutsche maritime Such- und Rettungskoordination | +49 421 536 87 0 | 24/7 |
| Bremen Rescue Radio | Maritimer Not- und Dringlichkeitskanal | UKW-Kanal 16; DSC-Kanal 70 | Ständige Wache |
| DAN Europe Notfall-Hotline | Tauchmedizinische Beratung und Koordination im Notfall, nachdem der lokale Rettungsdienst alarmiert wurde | +39 0642115685 | 24/7 |
| Ärztlicher Bereitschaftsdienst Deutschland | Dringende, aber nicht lebensbedrohliche medizinische Hilfe; der Dienst ist hauptsächlich auf Deutsch | 116117 | 24/7 |
| University Medical Center Rostock – Internistische Notaufnahme | Große Notaufnahme auf dem Festland; nutze 112 bei schweren oder tauchbezogenen Symptomen | +49 381 494 7450 | Notaufnahme |
| Sana Hospital Rügen | Krankenhauszentrale auf der Insel in Bergen auf Rügen; nutze 112 für Notfälle | +49 3838 39 0 | Krankenhauszentrale |